Bad Herrenalb. Auf der Schweizerwiese in Bad Herrenalb ist am 2. Oktober ein neuer Artenschutzturm aufgestellt worden. Mit dem rund sieben Meter hohen Bauwerk ist ein wichtiger Beitrag zum Schutz heimischer Vogel- und Fledermausarten entstanden und zugleich ein sichtbares Zeichen für den Erhalt der biologischen Vielfalt in der Stadt.
Initiiert und umgesetzt wurde das Projekt vom NABU Calw und Umgebung. Auf dem Artenschutzturm finden künftig verschiedene Arten geeignete Nist- und Rückzugsmöglichkeiten. Vorgesehen sind unter anderem Angebote für Mauersegler, Mehlschwalben, Haussperlinge und Stare. Auch Fledermäuse finden dort geeignete Quartiere, darunter Möglichkeiten für Ganzjahresquartiere und Wochenstuben zur Aufzucht der Jungtiere.
Der Bedarf an solchen künstlichen Quartieren ist groß. Durch energetische Sanierungen und moderne Bauweisen gehen an Gebäuden zunehmend natürliche Nischen und Spalten verloren, die Vögeln und Fledermäusen früher als Brut- und Rückzugsorte dienten. Artenschutztürme können hier gezielt Ersatz schaffen und gleichzeitig dazu beitragen, bestehende Populationen vor Ort zu stärken.
Das Projekt in Bad Herrenalb ist Teil einer erfolgreichen Reihe von Artenschutzmaßnahmen des NABU Calw und Umgebung. Bereits 2025 wurde in Calw-Hirsau ein vergleichbares Artenschutzhaus errichtet. Dort stehen unter anderem Brutplätze für Mauersegler, Mehlschwalben, Haussperlinge und Stare sowie Quartiere für verschiedene Fledermausarten zur Verfügung. Die LEADER-Aktionsgruppe Nordschwarzwald führt das Hirsauer Projekt ausdrücklich als Beispiel für ein Kleinprojekt zur Stärkung der Biodiversität auf.
Auch der Artenschutzturm in Bad Herrenalb wurde als Kleinprojekt über das LEADER-Regionalbudget gefördert. Die LEADER-Aktionsgruppe Nordschwarzwald hatte das Vorhaben 2026 explizit unter den geförderten Projekten im Bereich Natur- und Artenschutz ausgewiesen. Das Regionalbudget ermöglicht für Kleinprojekte eine Förderung von bis zu 80 Prozent der förderfähigen Nettokosten. Ziel ist es, mit vergleichsweise kleinen, regional verankerten Projekten die Entwicklung des ländlichen Raumes und insbesondere auch die Biodiversität zu stärken.
Für die Finanzierung des Artenschutzturms konnten darüber hinaus weitere Unterstützer gewonnen werden. Die Sparkasse Pforzheim Calw beteiligte sich mit einer Spende in Höhe von 1.000 Euro an dem Projekt. Gebaut wurde das Artenschutzhaus von der Firma Agrofor und anschließend von der Firma Koob geliefert und fachgerecht aufgebaut.
Die Stadt Bad Herrenalb hat das Projekt durch die Bereitstellung der Fläche ermöglicht und damit ihren Beitrag zur Umsetzung der Naturschutzmaßnahme geleistet. NABU und Stadt betonten die gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit und bedankten sich bei allen Beteiligten.
Auf der Schweizerwiese soll der Artenschutzturm nicht nur einen praktischen Beitrag zum Artenschutz leisten. Er bietet auch die Möglichkeit, Natur unmittelbar vor Ort zu erleben. Spaziergängerinnen und Spaziergänger, Familien sowie Kinder und Jugendliche können beobachten, welche Tiere die neuen Quartiere annehmen und damit einen unmittelbaren Eindruck von heimischer Artenvielfalt gewinnen.
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Bildunterschrift 1: Rund sieben Meter hoch ist der neue Artenschutzturm auf der Schweizerwiese. Im Bild (v.l.) Heinz Wegerdt vom NABU Calw, Kornelius Roth von der Artenschutzgruppe Bad Herrenalb sowie Renate Fischer und Ilse Sommer, beide NABU Calw.
Bildunterschrift 2: (v.l.:) Renate Fischer und Heinz Wegerdt vom NABU Calw, Kornelius Roth von der Artenschutzgruppe Bad Herrenalb und Ilse Sommer vom NABU Calw vor dem Artenschutzturm auf der Schweizerwiese.
Bildnachweis 1 & 2: NABU Calw