2004: Das kalte Herz

Szene aus "Das kalte Herz", Quelle: fototoxisch.de, Kalle Kalmbach

Szene aus "Das kalte Herz", Quelle: fototoxisch.de, Kalle Kalmbach

Szene aus "Das kalte Herz", Quelle: fototoxisch.de, Kalle Kalmbach

Szene aus "Das kalte Herz", Quelle: fototoxisch.de, Kalle Kalmbach

Mit dem Schwarzwald-Klassiker "Das kalte Herz" brachte das Bad Herrenalber Sommernachtstheater ein märchenhaftes Bühnenstück zur Aufführung: Tauscht der Kohlemunk Peter sein Herz gegen Stein, Wärme gegen Kälte, Gefühle gegen Geld?

Kurzinhalt

Es war einmal ein armer Köhlersohn. Er hieß Peter und musste tagein, tagaus am Meiler stehen und Holz zu Kohle verbrennen. Eine dreckige Arbeit war das, die ihm viel Spott einbrachte, aber kein Geld. Ganz besessen von der Vorstellung reich zu sein, fällt Peter in tiefen Kummer. Da erscheint ihm eines Tages seine Großmutter Bethel. Sie erzählt ihm von einem guten Geist, der Sonntagskindern Wünsche erfüllt. Sie verrät ihm auch einen Zauberspruch, um den Geist zu rufen – doch die letzten Worte trägt ein böser Wind fort.

Lisbeth, die Tochter eines Holzhändlers, hat ihr Herz an Peter verloren. Auch sie kennt die Sage, aber sie glaubt nicht an die Märchen der Alten. Sie hofft, Peters Kummer mit ihrer Liebe heilen zu können. Und tatsächlich entdeckt Peter in Lisbeths Lied den fehlenden Reim. Der Glasmann erscheint auf Peters Rufen. Peter wünscht sich eine Glashütte und immer so viel Geld in der Tasche zu haben wie der Ezechiel. Den dritten Wunsch versagt ihm das Geistlein.

Endlich ist Peter reich und geachtet. Doch als Peter im Spiel dem Ezechiel sein Geld abnimmt, hat auch er keinen Cent mehr. Dieser verdammte Glaszwerg hat ihn reingelegt! Zuhause wartet der Schuldeneintreiber. Der "Spielepeter" hat nichts verkauft – im Ausland produziert man billiger. Die Munks werden von Haus und Hof vertrieben.

Diese Notlage nutzt der Holländer-Michel. Auch er wohnt im Tannenbühl. Er ist der böse Gegenspieler des Glaszwerges. Der Riese lebt von den Herzen der Menschen: "Tausche Herz gegen viel Geld". Peter lässt sich auf den Handel ein. Sein Herz aus Stein fühlt nun keinen Schmerz mehr, kein Mitleid – aber auch keinerlei Freude. Peter flieht von zuhause, um sein Glück in der Welt zu suchen. Reich beladen mit Andenken, kehrt er nach Jahren in seine Heimat zurück. Dort hat sich alles verändert – nur Lisbeths Liebe scheint gleichgeblieben: Die beiden heiraten.

Lisbeths gute Seele sorgt sich um das viele Elend, das das Paar umgibt. Eines Tages erschlägt Peter seine Frau aus Zorn über ihr Tun. Da meldet sich die Stimme des Glaszwerges. Der dritte Wunsch soll ihm sein warmes Herz wiederbeschaffen. Das vermag der Glasmann aber nicht. Er verrät ihm jedoch einen Trick und gibt ihm einen Zauber mit auf den Weg. Der Michel tappt in die Falle. Peter bekommt sein Herz wieder und auch Lisbeth wird wieder zum Leben erweckt ...

Autor: Wilhelm Hauff
Aufführungsort: Unter den Felsen Kullenmühle
Regie: Eva Martin-Schneider