Wird Bad Herrenalb Modellregion?

Bad Herrenalb möchte Modellregion für die kontrollierte Öffnung von Übernachtungsbetrieben werden. © Rick Eichner

Bad Herrenalb möchte Modellregion für die kontrollierte Öffnung von Übernachtungsbetrieben werden. © Rick Eichner

Bad Herrenalb möchte Modellregion für die kontrollierte Öffnung von Übernachtungsbetrieben werden. © Rick Eichner

Bad Herrenalb möchte Modellregion für die kontrollierte Öffnung von Übernachtungsbetrieben werden. © Rick Eichner

01. Apr 2021

Bürgermeister Hoffmann: „Wollen Zeichen setzen für den Aufschwung.“ Seit über einem Jahr liegt das Übernachtungsgewerbe in Bad Herrenalb praktisch am Boden, alle Betriebe kämpfen um das nackte Überleben.

Aus diesem Grund strebt Bürgermeister Klaus Hoffmann an, die Siebentälerstadt gemeinsam mit den Kommunen Bad Wildbad und Bad Teinach-Zavelstein als Modellregion zu positionieren, in der die Übernachtungsbetriebe unter kontrollierten Bedingungen wieder öffnen können. „Wir wollen mit Unterstützung aller kreisangehörigen Kommunen ein deutliches Zeichen für den Tourismus im Ländle setzen.“

Grundlage für das Engagement des Bürgermeisters ist der Beschluss der Bund-Länder-Konferenz vom 22. März 2021. Danach besteht im Rahmen von Modellprojekten die Möglichkeit, die als kontaktarm ausgewiesenen Übernachtungsbetriebe unter Einhaltung von strengen Test- und Hygienekonzepten für Urlauber zu öffnen. Hoffmann, der diesen Ansatz als ein „Versuchsfeld für allgemeine Öffnungsstrategien“ bezeichnet, betont, man könne mit einer kontrollierten Öffnung trotz der laufenden dritten Welle den Gästen ein unbeschwertes Urlaubsfeeling in der naturnahen Umgebung von Bad Herrenalb ermöglichen.

Hoffmanns Vorstoß wird von den Leistungsträgern aus der Herrenalber Übernachtungsbranche durchweg positiv bewertet. Karl Schwemmle, Chef des Hotel-Restaurants Lamm in Rotensol und Vorstandsmitglied des DEHOGA Kreisverbandes Calw erklärt, man müsse „in der öffentlichen Wahrnehmung Flagge zeigen.“ Auch Stephan Bode, Geschäftsführender Direktor des Hotels Schwarzwald Panorama begrüßt die Idee, fordert aber verlässliche Regeln für das Modellprojekt. „Wenn die Modellregion startet, sollte eine Öffnung auch dauerhaft sein.“ Diese Zielsetzung unterstützt auch Dieter Lacher von der Hotel-Pension Fidelitas und spricht sich zur Absicherung des Modellversuchs für zusätzliche Corona-Teststationen für die Gäste aus.

René Skiba, der Geschäftsführer der Tourismus GmbH Nördlicher Schwarzwald bewertet die Reaktionen der Unternehmer als positives Signal für den gesamten Tourismus im Landkreis Calw. Ein Modellversuch wäre „ein erster Schritt in die richtige Richtung und würde von der TNS in der die Umsetzung konstruktiv begleitet werden.“ Man müsse an zwei wichtigen Stellschrauben drehen, die zur Umsetzung einer Modellregion erforderlich sind. „Die Einrichtung einer effizienten und praktikablen Teststrategie für die Gäste und Mitarbeiter der Übernachtungsbetriebe, auch unter Einbeziehung der kommunalen Testzentren, sowie ein zuverlässiges und akzeptiertes Kontakt-Nachverfolgungs-Programm, wie zum Beispiel die LUCA App.“ Zudem, so Skiba weiter, sei „eine enge wissenschaftliche Begleitung des Projekts in Kooperation mit dem Landratsamt Calw und einem wissenschaftlichen Institut zwingend erforderlich, um weitere Erfolgsfaktoren auf dem Weg in die Normalität zu entwickeln."

Obwohl noch unklar ist, wann ein Signal zum Start der angestrebten Modellregion zu erwarten ist, zeigt sich Bürgermeister Hoffmann zuversichtlich. „Ich bin davon überzeugt, dass wir uns unsere Gedanken nicht umsonst machen.“