Pelzmärtle und Christkind beschenken an Heiligabend die Herrenalber Kinder

Den Brauch, dass Pelzmärtle und Christkind gemeinsam Geschenke verteilen, haben Tiroler Immigranten in das Gaistal mitgebracht. © Tourismus und Stadtmarketing Bad Herrenalb

Den Brauch, dass Pelzmärtle und Christkind gemeinsam Geschenke verteilen, haben Tiroler Immigranten in das Gaistal mitgebracht. © Tourismus und Stadtmarketing Bad Herrenalb

Den Brauch, dass Pelzmärtle und Christkind gemeinsam Geschenke verteilen, haben Tiroler Immigranten in das Gaistal mitgebracht. © Tourismus und Stadtmarketing Bad Herrenalb

Den Brauch, dass Pelzmärtle und Christkind gemeinsam Geschenke verteilen, haben Tiroler Immigranten in das Gaistal mitgebracht. © Tourismus und Stadtmarketing Bad Herrenalb

20. Dez 2019

Bad Herrenalb.

Es ist eine lange Tradition: Am Heiligabend um 16 Uhr besuchen der Pelzmärtle und das Christkind aus dem Gaistal die Herrenalber Kinder auf dem Rathausplatz und verteilen Geschenke. Zuvor müssen die Kinder dem Pelzmärtle aber ein Gedicht aufsagen, eine Aufgabe die etwas Mut erfordert. Denn im Gegensatz zum sanften Christkind, ist der Pelzmärtle in seinem Kopf und Körper bedeckenden Strohkostüm mit geflochtenen Hörnern und Schwanz ein unheimlich aussehender Geselle. Zudem hält er neben dem Gabensack eine lange Rute in der Hand und damit es ordentlich Lärm macht, wenn er auf und ab hüpft, ist der Pelzmärtle mit zahlreichen Glocken behängt. Hier gilt: Wer sich traut, wird belohnt und freut sich umso mehr.

Der Brauch um den Pelzmärtle hat eine lang zurückreichende Geschichte und ist vermutlich heidnischen Ursprungs. Im Gaistal wurde er im 17. Jahrhundert heimisch, als Immigranten aus Tirol ihre Weihnachtsbräuche mitbrachten. Seit dem ziehen dort an Heiligabend Pelzmärtle und Christkind von Haus zu Haus, was vom Träger des Strohkostüms eine gute Kondition erfordert. Aufgrund der stark eingeschränkten Bewegungsfreiheit muss er sich eher hüpfend als gehend fortbewegen, außerdem wird es unter dem dichten Stroh ziemlich warm. Dazu kommt das nicht unerhebliche Gewicht des Kostüms. Es besteht aus einer bis zu 250 Meter langen, geflochtenen Kordel aus Roggenstroh, das extra auf rund 100 Quadratmeter Fläche angebaut wird. In der Voradventszeit wird jeder Halm einzeln geputzt, geflochten und mit rund 700 Metern Bindfäden zusammengenäht.

Die Bescherung auf dem Rathausmarkt dauert rund eine Stunde, danach machen sich Pelzmärtle und Christkind auf den Weg zurück ins Gaistal. Musikalisch begleitet wird der Heiligabend auf dem Rathausmarkt auch in diesem Jahr vom Musikverein Bad Herrenalb-Gaistal e.V. mit bekannten Weihnachtsliedern zum Mitsingen.