Entscheidung über Siebentäler Therme steht an

Hat die Siebentäler Therme eine Zukunft und wenn ja, welche? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Herrenalber Gemeinderat am 25. November. © Siebentäler Therme Bad Herrenalb

Hat die Siebentäler Therme eine Zukunft und wenn ja, welche? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Herrenalber Gemeinderat am 25. November. © Siebentäler Therme Bad Herrenalb

Hat die Siebentäler Therme eine Zukunft und wenn ja, welche? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Herrenalber Gemeinderat am 25. November. © Siebentäler Therme Bad Herrenalb

Hat die Siebentäler Therme eine Zukunft und wenn ja, welche? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Herrenalber Gemeinderat am 25. November. © Siebentäler Therme Bad Herrenalb

18. Nov 2020

Bürgermeister Hoffmann: „Stadt und Bürgerschaft brauchen Klarheit“

Bad Herrenalb. Sanieren, modernisieren und dabei eine Investitionsobergrenze von 9,5 Millionen Euro ziehen – das ist der Vorschlag zur Zukunft der Siebentäler Therme, den die Stadtverwaltung dem Gemeinderat in der Sitzung am 25. November zur Abstimmung vorlegen wird.

Der Beschlussvorlage vorausgegangen waren in den letzten Monaten intensive Beratungen und Berechnungen innerhalb der Stadtverwaltung über die möglichen Szenarien zur Zukunft der Therme. Dabei hat sich herausgestellt, dass die Optionen ‚Stilllegung‘ und ‚Stilllegung plus Abriss‘ die städtischen Finanzen mit fünf bis sechs Millionen Euro belasten würden, ohne dafür einen Gegenwert zu liefern. Zudem würden zahlreiche Arbeitsplätze in der Stadt verloren gehen.

Umgesetzt werden soll bei einem positiven Votum des Gemeinderates das im letzten Jahr vorgestellte Konzept der Dorena GmbH, allerdings in reduzierter Form, ohne den Bau eines Soledoms, der alleine Kosten von mindestens 3,8 Millionen Euro verursachen und sich erst in 38 Jahren amortisieren würde.

Schwerpunkt des Konzeptes ist nun die Erweiterung der Sauna-Landschaft und der Gastronomie, was laut einer Analyse bereits ab dem ersten Jahr nach der Umsetzung das operative Ergebnis der Therme verbessern würde. Voraussetzung dafür ist die Einhaltung einer „strikten Preis- und Kostenstrategie“, wie Herrenalbs Bürgermeister Klaus Hoffmann betont. „Fakt ist“, so Hoffmann weiter, „dass alle Szenarien die Stadt Geld kosten werden. Wir haben uns deshalb dafür entschieden, dem Gemeinderat die Variante vorzuschlagen, die im Hinblick auf die positive Entwicklung des Tourismus in Bad Herrenalb zukunftsweisend ist.“ Die Stadtverwaltung folge mit ihrem Vorschlag zudem dem Tourismuskonzept des Landes, welches den Kommunen die Aufgabe zuweist, aktiv um die Tagesgäste zu werben. „Die Attraktivität der Stadt für Tagesgäste würde durch die Umsetzung unseres Konzeptes deutlich gesteigert werden. Das hätte positive Auswirkungen für alle touristischen und Einzelhandelsbetriebe.“

Noch nicht in das Rechenmodell eingerechnet sind eventuelle Fördergelder, die in den kommenden Jahren das operative Ergebnis der Therme weiter verbessern würden. „Die Summe haben wir bewusst nicht einfließen lassen, weil wir noch keine Förderzusage haben“, wie Bürgermeister Hoffmann erklärt. Es gäbe aus dem Tourismusministerium aber positive Signale, das Herrenalber Konzept zu fördern. „Das Ministerium kann aber erst entscheiden, wenn die Stadt einen Förderantrag inklusiver zweistufiger Kostenschätzung nach DIN 276 eingereicht hat. Um diesen Antrag auszuarbeiten, brauchen wir das Votum des Gemeinderates.“ Zudem könne man dann die Fördermöglichkeiten bei weiteren Ministerien ausloten.

„Wir haben uns die Entscheidung für die Therme nicht leicht gemacht“, so Hoffmann weiter, „denn alle Szenarien haben ihre Vor- und Nachteile.“ Nach Jahren der vergeblichen Suche nach Investoren sei es aber jetzt an der Zeit, die Zukunft der Therme verbindlich festzulegen. „Ein ‚Weiter so‘ kann es nicht geben. Die Stadtverwaltung und die Bürgerschaft brauchen endlich Klarheit.“