Ökologische Verbesserung: Fischtreppe im Kurpark wird gebaut

Im Zuge der Gartenschau 2017 erhält das Flüsschen Alb eine Fischtreppe.

Im Zuge der Gartenschau 2017 erhält das Flüsschen Alb eine Fischtreppe.

Im Zuge der Gartenschau 2017 erhält das Flüsschen Alb eine Fischtreppe.

Im Zuge der Gartenschau 2017 erhält das Flüsschen Alb eine Fischtreppe.

19. Feb 2016

Das Flüsschen Alb wird im Zuge der Gartenschau Bad Herrenalb 2017 naturnah umgestaltet. Im Kurpark wird das Flussbett der Alb renaturiert. Das Ufer wird durch flache Böschungen und Treppen zugänglich und erlebbar gemacht. Auch für ökologische Verbesserung wird gesorgt: Dazu wird derzeit – im Auftrag der Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH – das Stauwehr hinter dem Kurhaus umgebaut und um eine Fischtreppe erweitert. Dieser Fischpass macht das Gewässer für Fische flussaufwärts durchgängig und trägt dazu bei, den artenreichen heimischen Fischbestand auszubauen. Gleichzeitig kann durch den Umbau des Wehrs der abzweigende Kraftwerkskanal zur Energiegewinnung erhalten bleiben. Durchgängigkeit und Energiegewinnung werden damit in Einklang gebracht.

Gebaut wird die rund 20 Meter lange Fischtreppe parallel zum Wehr, so dass ein Teil des Gewässers um das Wehr geleitet wird. Damit der Höhenunterschied von insgesamt rund 1,25 Meter für die Fische künftig überwindbar ist, wird die Treppe flach angelegt und in acht Becken unterteilt. Die Höhendifferenz von Becken zu Becken beträgt nur 15 Zentimeter – Fische können so die Alb flussaufwärts passieren und zu ihren Laichplätzen gelangen. Auch eine Fischabstiegsanlage wird installiert. Eine Einschwimmabsperre verhindert dabei, dass die Fische in den abzweigenden Kraftwerkskanal gelangen. Stattdessen werden die Tiere über einen sicheren Fischabstieg in die Alb geleitet. Durch die Renaturierung finden die Fische dort ein natürlich geformtes Flussbett vor mit abwechslungsreichen Strukturen – wie Störsteine, Äste und tiefere Löcher in der Sohle – das ihnen die Möglichkeit gibt, sich zu verstecken. Der Fischpass hat zudem eine weitere Funktion: Er reguliert durch seine Baukonstruktion die Wassermenge im Bachbett und sorgt dafür, dass immer ausreichend Wasser für die Tiere im Flussbett ist, genauer gesagt 215 Liter pro Sekunde. Diesen Wert hat die Untere Wasserbehörde vom Landratsamt Calw in Abstimmung mit Fischereisachverständigen bei einer Messung im Sommer 2014 als notwendige Mindestwassermenge ermittelt, damit sich alle heimischen Fische und weitere Wassertiere gut entwickeln können. Für die Gestaltung des Fischpasses nutzt man den regionalen Naturstein Sandstein. Geplant wurden die Umbauarbeiten von der Firma KWT Hydro GmbH aus Pforzheim. Für die Durchführung des Wasserbaus ist das Bauunternehmen Reif aus Rastatt zuständig. Der Umbau des Wehrs kostet die Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH rund 140.000 Euro. Im Zuge der Neugestaltung des Kurparks wird auch ein circa 50 Meter langer Abschnitt des Kraftwerkskanals saniert. Alte und zum Teil faule Holzpalisaden werden durch Granitsteine ersetzt, die beim Wasserbau in der Alb gefunden wurden. Die Arbeiten an der Uferbefestigung werden von der Firma bau+grün AG durchgeführt und kosten die Stadtwerke Bad Herrenalb GmbH rund 30.000 Euro. Der Kraftwerkskanal leitet Wasser durch den hinteren Teil des Kurparks, vorbei am Parkplatz P3 bis hin zum Wasserkraftwerk, das im Gebäude der Stadtwerke untergebracht ist. Mit der regenerativen Energie die dort gewonnen wird, versorgen die Stadtwerke derzeit etwa 50 bis 60 Haushalte.