Mirandolina
Eine Komödie von Carlo Goldoni
Regie und Bearbeitung: Otto Junggeburth
Mirandolina betreibt ein kleines Hotel und dort einquartiert haben sich zwei ältere Herren, beide von Adel, die in der Eitelkeit ihres Standes Mirandolinas Freundlichkeit gründlich missdeuten und sich Hoffnungen auf sie machen. In Bewegung aber gerät unser Spiel, als sich herausstellt, dass sich unter den Gästen auch jemand befindet, der sich selbst als Feind aller Frauen zu erkennen gibt und der die Frauen insgesamt als die Krankheit aller Männer bezeichnet.
Mirandolina fühlt sich in ihrer Ehre verletzt und sie beschließt, diesen Mann ihren Verführungskünsten auszusetzen. Ein Plan, der meisterhaft gelingt. Es ist ein Vergnügen zuzusehen, wie dieser Mann, der eben noch für sich Liebe völlig ausgeschlossen hatte, ihr nun ebenso vollkommen erliegt. Für Mirandolina freilich war es nur ein Spiel und so gibt es für ihn keine Chance. Für wen sie sich letztlich selber entscheidet, das kann nur noch den überraschen, der nicht verstanden hat, wie sie tickt.
Goethe, der alte Patriarch, sah sich durch dieses Stück in hohem Maße herausgefordert und er fand es nur deshalb erträglich, weil in der Aufführung, die er in Italien sah, die Rolle der Mirandolina von einem jungen Mann gespielt wurde. Man kann also mit Fug und Recht sagen: in diesem Stück ist Pfeffer drin. Andererseits ist es zum Glück Komödie, so dass die Frage, um die es geht, nicht bierernst abgehandelt wird. Alles bleibt leicht, bleibt spielerisch und ist deshalb für einen milden Sommerabend bei uns im Theater bestens geeignet.




