Über das Sommernachtstheater
Wie alles begann...
Das Sommernachtstheater Bad Herrenalb entstand anlässlich des 850-jährigen Klosterjubiläums im Jahre 1999 und bietet bis heute engagiertes Amateurtheater auf hohem Niveau.
Die Idee des Bad Herrenalber Sommernachtstheaters verkörpert ein breites Engagement der Bevölkerung verbunden mit der Zielsetzung, jeweils andere elementare Spielorte unter professioneller Betreuung zu inszenieren. Neben der schauspielerischen Arbeit wird insbesonders eine harmonische Einheit von Kulisse und Stück, Bühnenbild und Kostüme sowie einer ausgefeilten Licht- und Tontechnik Wert gelegt.
Was zunächst als einmaliges Ereignis vorgesehen war, entwickelte sich zu einem alljährlichen Kulturevent mit immer wechselnden Spielorten im Albtal.
Gestartet hat das ganze mit einer einst speziell für Bad Herrenalb geschriebenen Trilogie. Ab 2002 folgten dann Inszenierungen verschiedener Stücke bekannter Autoren, von den jeweiligen Regisseuren auf die wechselnden Spielorte und deren Besonderheiten abgestimmt.
Im folgenden finden Sie einen Einblick in die Geschichte der Spielzeiten von 1999 bis zum vergangenen Jahr.
1999: Teufel von Herrenalb
Teil 1 der Trilogie: Weltgerichtsspiel 1499 in der historischen Klosterruine. Finsterstes Mittelalter, Inquisition und Hexenverbrennung versetzt die ergriffenen Zuschauer in Ihre Vergangenheit zurück.
Autor: Siegfried Carl
Aufführungsort: Klosterruine
Regie: Michael Giese
2000: Alva & Aquarius
Teil 2 der Trilogie: Literaturcollage und Fantasie Komödie im romantischen Ambiente von Falkensteinfelsen und Therme.Griechische Götter finden Entspannung und Abwechslung im Albtal. Antike Arroganz trifft auf naturverbundene Menschlichkeit. Die Liebe eines Wasserwesens zu einem Sterblichen führt erst nach zahlreichen Verwirrungen zur Hochzeit und poetischen Namensgebung des Albtals und Herrenalbs.
Autor: Siegfried Carl
Aufführungsort: Therme
Regie: Michael Giese
2001: Ein Mordsommer im Albtal
Teil 3 der Trilogie: Eine Kriminalgeschichte aus den zwanziger Jahren erstmalig in der Kulisse des hundertjährigen Bahnhofs aus Gusseisen und Naturstein. Herrenalber Anekdoten, Sommerfrische mit Prießnitzkur und weltpolitische Ereignisse bilden die Rahmenhandlung. Gäste aus der Reichshauptstadt, Einheimische und Weitgereiste geben sich ein "Stelldichein". Spiegel einer bewegten Zeit.
Autor: Siegfried Carl
Aufführungsort: Historischer Bahnhof
Regie: Michael Giese
2002: Schöne Ferien
Nach Szenen aus "Die Sommergäste" von Maxim Gorki, wurde dieses Stück von Eva Martin-Schneider bearbeitet.
Rechtsanwalt Bassow verbringt mit seiner jüngeren Frau Warwara, die Ferien auf seinem Sommersitz. Warja führt ein gastfreundliches Haus. Dort treffen sich nicht nur die gut situierten Städter, sondern auch die Leute vom Ort. Man kennt sich inzwischen gut - und ist sich nicht immer wohl gesonnen.
Die von Gorki 1904 hervorragend beschriebenen Charaktere sind auch heute noch zu finden. Auseinandersetzungen über Weltanschauung, Standpunkte, Phantasien und Visionen gab und gibt es zu allen Zeiten. Wir erwecken sie zum Leben, temporeich, nachdenklich, komisch und unterhaltsam.
Aufführungsort: Kurhauspavillion
Regie: Eva Martin-Schneider
2003: Katharina Knie
Ein kleiner Wanderzirkus, unter Leitung des alten Seiltänzers Carl Knie, kämpft um das Überleben. Der Gerichtsvollzieher pfändet das Hab und Gut der Truppe. Karl Knie trägt's mit Humor. Als jedoch die Polizei mit dem Großbauern, dem Hafer gestohlen worden ist, auftaucht, geht Karl Knie für seine Truppe auf die Barrikaden. Seine einzige Tochter gesteht den Diebstahl. Vater Knie ist enttäuscht, und stimmt zu, dass seine Tochter zum Bauern zieht.
Nach einem Jahr gastiert wieder der Zirkus auf dem Platz. Vater Knie der all die Zeit auf die Rückkehr hofft, ist von der Wiedersehensfreude überwältigt und Gevatter Tod hat mit dem Alten Erbarmen. Abermals steht die Polizei auf dem Platz. Katharina muss sich entscheiden...
Autor: Carl Zuckmayr
Aufführungsort: historische Klosterstraße
Regie: Eva Martin-Schneider
2004: Das kalte Herz
„Wer durch Schwaben reist, der sollte nie vergessen, auch ein wenig in den Schwarzwald hineinzuschauen. Nicht der Bäume wegen, obgleich man nicht überall solch unermessliche Mengen herrlich aufgeschossener Tannen findet, sondern wegen der Leute, …….“
So beginnt das Märchen „Das kalte Herz“ von Wilhelm Hauff. Diese Einleitung hat das Ensemble inspiriert dieses Stück 2004 in Angriff zu nehmen.
„ Verkaufe Seele an Höchstbietenden. Angebote unter: www......." Es ist die alte Geschichte. Da verkauft einer seine Seele aus Geldgier-, weil er Macht haben will oder beides. Tausche Herz gegen Sein, Kälte gegen Wärme, Geld gegen Gefühle … Da ist einer nicht zufrieden mit seinem Leben ….“ (aus: „das Kalte Herz neu erzählt“ von W. Landin)
Aufführungsort: Unter den Felsen Kullenmühle
Regie: Eva Martin-Schneider
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2005: Mirandolina
... eine italienische Komödie von Carlo Goldoni
Mirandolina betreibt in Florenz ein kleines Hotel und dort einquartiert haben sich zwei ältere Herren, beide von Adel, die in der Eitelkeit ihres Standes Mirandolinas Freundlichkeit gründlich missdeuten und sich Hoffnungen auf sie machen. In Bewegung aber gerät unser Spiel, als sich herausstellt, dass sich unter den Gästen auch jemand befindet, der sich selber als Feind aller Frauen zu erkennen gibt und der die Frauen insgesamt als die Krankheit der Männer bezeichnet.
Mirandolina fühlt sich in ihrer Ehre verletzt und sie beschließt, diesen Mann ihren Verführungskünsten auszusetzen. Ein Plan, der meisterhaft gelingt. Es ist ein Vergnügen zuzusehen, wie dieser Mann, der eben noch für sich Liebe völlig ausgeschlossen hatte, ihr nun ebenso vollkommen erliegt. Für Mirandolina freilich war es nur Spiel und so gibt es für ihn keine Chance. Für wen sie sich letztlich selber entscheidet, dass kann nur noch den überraschen, der nicht verstanden hat, wie sie tickt.
Aufführungsort: Lesepavillon im Kurpark Bad Herrenalb
Regie: Otto Junggeburth
2006: Teufel von Herrenalb
.. ein Weltgerichtsspiel von Siegfried Carl
Wir schreiben das Jahr 1499, 350 Jahre nach der Klostergründung Herrenalbs, 515 Jahre vor unserer Aufführung.
Kloster und Dorf rüsten sich zum Klosterjubiläum bei welchem ein Weltgerichtsspiel aufgeführt werden soll.
Die Inquisition kommt dazwischen und verurteilt den zisterziensischen Schreiber des Stückes sowie den die Hauptrolle des Teufels verkörpernden Studenten zum Tod durch Verbrennen.
Durch Feuer im Kloster werden die beiden mit Hilfe zweier sie liebenden Bauernmädchen gerettet und können fliehen.
Das Stück zeigt Kloster- und Dorfleben sowie historische Probleme am Vorabend der Reformation - zur Blütezeit der Herrenalber Zisterzienserabtei - verbunden mit einer Liebes- und Kriminalstory.
Autor: Siegfried Carl
Aufführungsort: Klosterruine
Regie: Eva Martin-Schneider
2007: Das Gespenst von Canterville
Es spukt im Schloss von Canterville. Darüber gibt es keinen Zweifel. Der Geist von Sir Simon bewohnt das Gemäuer seit über 300 Jahren. Alles das interessiert den Amerikaner Hiram Otis wenig. Er glaubt nicht an Gespenster und zieht mit seiner Familie im Schloss ein - mit dem ältesten Sohn Benjamin und dessen Schwester Virginia. Sie lassen sich nicht schrecken, weder von dem großen Blutfleck noch von Sir Simon selbst, der nachts kettenrasselnd durch die Gänge wandert. Im Gegenteil: Benjamin und Virginja haben ziemlich viele Ideen, wie sie das Gespenst ärgern können. Über so viel Wirkungslosigkeit verzweifelt Sir Simon. Virginia bemerkt als Einzige seinen desolaten Zustand - und will ihm helfen.
Autor: Oskar Wilde
Aufführungsort: Kurpark am Lesepavillion
Regie: Eva Martin-Schneider
2008: Don Juan oder die Liebe zur Geometrie
Don Juan ist ein junger Intellektueller, der alles, was nicht mathematisch, naturwissenschaftlich klar nachweisbar ist, belächelt, ja missachtet.
Gefühle wie Liebe, Freundschaft, Vertrauen - Hoffnung - lösen in ihm Angst und Ekel aus.
Sein Vater Tenorio will ihn aus genau diesen gründen mit Anna, der Tochter des reichen Don Gonzalo verheiraten. In der Nacht vor seiner Hochzeit, man feiert im Schloss ausgelassen einen Maskenball, verführt Juan eine Unbekannte - um sich seine Freiheit zu beweisen - sie trotzig zu manifestieren.
Autor: Max Frisch
Aufführungsort: Klosterruine
Regie: Eva Martin-Schneider
2009: Der Bauer als Millionär
"Sackerlot ich bin der fidelste Kerl der Welt."
Mit diesem Satz beginnt Fortunatus Wurzels Traum - oder ist es die Wirklichkeit - von Reichtum, Erfolg und Ansehen. Lediglich ein kleines Versprechen war notwendig um sich endlich den süßen Verlockungen des Geldes ergeben zu können. Die Tochter muss reich verheiratet werden. Doch genau hier stockt des Glückes Lauf.
Autor: Ferdinand Raimund
Aufführungsort: Schweizer Wiese
Regie: Carola Schwelien
2010: 1 Milliarde für Gerechtigkeit
Gekürzte Fassung der tragischen Komödie "Der Besuch der alten Dame" von Friedrich Dürrenmatt. Ein spannendes Freilichttheater mit Elementen aus dem wilden Westen und historischen Dampfzügen.
Autor: Friedrich Dürrenmatt
Aufführungsort: Schweizer Wiese
Regie: Carola Schwelien
Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben GmbH & Co. KG, Berlin
2011: "Die Frauen von Killing" und "Peter Pan"
Die Frauen von Killing
Eine Kriminalkomödie.
Autor:Norbert Franck
Aufführungsort: Schweizer Wiese
Regie: Bodo Kälber
Peter Pan
"Peter Pan" oder das Märchen vom Jungen, der nicht groß werden wollte. Ein Märchen, nicht nur für Kinder.
Autor: James Matthew Barrie, Deutsch von Erich Kästner
Aufführungsort: Schweizer Wiese
Regie: Monika Wieder
Aufführungsrechte: Felix Bloch Erben GmbH & Co. KG, Berlin
2012: "Pension Schöller" und "Das Dschungelbuch"
Pension Schöller
Ein Lustspiel von Wilhelm Jacoby und Carl Laufs.
Autor: Wilhelm Jacoby und Carl Laufs
Aufführungsort: Klosterstraße
Regie: Bodo Kälber
2012: Dschungelbuch
Das Dschungelbuch
Die Geschichte von Mowgli und seinen tierischen Freunden.
Nach den Erzählungen von Rudyard Kipling
Aufführungsort: Klosterstraße
Regie: Monika Wieder





